Burgenfassade über einem Hochbehälter
Wer vom Lorettoberg über den Brombergweg in den Sternwald hinab spaziert, stößt nach wenigen hundert Metern auf ein eigentümliches Bauwerk: eine kleine Burg mit drei Zinnentürmen, Sandsteinblöcken und gusseisernen Toren. Es ist keine Ritterburg, sondern eine technische Anlage von 1895/96 - der Hochbehälter Sternwald, im Volksmund „Wasserschlössle“ genannt.
Warum eine Burg?
Die Architekten der Bauunternehmung Brenzinger & Cie. hätten den Trinkwasserspeicher auch in einen sachlichen Zweckbau hüllen können. Stattdessen wählten sie bewusst die Form einer Burg - als architektonische Wertschätzung für die Bedeutung der Trinkwasserversorgung. Die drei Zinnentürme greifen das Freiburger Stadtsiegel von 1245 auf (ausführlich in Das Wasserschlössle und das Freiburger Stadtsiegel), das ebenfalls drei stilisierte Türme zeigt. Wer in der Freiburger Innenstadt unterwegs ist, findet dieses Wappen bis heute auf vielen Kanaldeckeln.
Was leistet die Anlage?
Im Inneren liegen zwei Kammern: je 45 Meter lang, 33 Meter breit, sechs Meter hoch. Maximales Speichervolumen: rund 3,8 Millionen Liter Trinkwasser. Die Lage auf etwa 310 Metern Höhe sorgt für ein natürliches Gefälle, das die tiefer liegenden Stadtteile Altstadt und Wiehre ganz ohne Pumpenleistung versorgt. Was 1896 funktionierte, funktioniert auch heute noch - über 125 Jahre nach der Inbetriebnahme.
Wie kommt man hin?
Vom Annaplatz folgt man der Lorettostraße zum Lorettoberg und biegt am Hildaturm in den Sternwald ab. Die Anlage ist nicht öffentlich begehbar, aber die Außenansicht ist Teil jeder Wiehre-Wanderung. Der Betreiber badenova bietet gelegentlich Führungen an.
