Hintergrund

Geschichte der Wiehre

Vom Dorf Adelhausen zur Eingemeindung 1826 — über 1000 Jahre Stadtteilgeschichte.

Die Wiehre zählt zu den ältesten urkundlich belegten Siedlungsräumen Freiburgs. Bereits 1008 taucht der Name in einer Urkunde König Heinrichs II. als Flurbezeichnung auf, gemeinsam mit dem Dorf Adelhausen, dessen Pfarrkirche älter war als die Freiburger Stadtkirchen. Wegen seiner ungeschützten Lage vor den Stadtmauern wurde Adelhausen bei jeder Belagerung Freiburgs geplündert; im 17. Jahrhundert ließ der französische Festungsbaumeister Vauban die verbliebenen Häuser für die Erweiterung der Festungsanlagen abtragen. 1643 wurden die Streusiedlungen zur Gemeinde Wiehre zusammengeführt, am 25. Februar 1826 erfolgte die Eingemeindung nach Freiburg.

Den heutigen Charakter prägt die Gründerzeit zwischen 1850 und 1914. Unter Oberbürgermeister Otto Winterer, beim Amtsantritt 1888 noch Vorsteher einer Mittelstadt, entstanden binnen einer Generation ganze Straßenzüge mit Villen, Stadthäusern und repräsentativen Mietshäusern; bei Winterers Rückzug 1913 galt er als „zweiter Stadtgründer“. Die Eröffnung der Höllentalbahn 1887 mit dem damaligen Wiehre-Bahnhof an der Urachstraße band das Quartier an den Schwarzwald an und beschleunigte das Wachstum.

Spuren früherer Epochen kamen 2020/21 bei Bauarbeiten in der Kronenstraße zutage: Archäologen legten fast 400 Skelette des mittelalterlichen Leprafriedhofs frei, der zum 1251 erstmals erwähnten Gutleuthaus gehörte. An der Badischen Revolution erinnert der Alte Wiehre-Friedhof, wo 1849 die Freischärler Maximilian Dortu, Friedrich Neff und Gebhard Kromer von preußischen Soldaten erschossen wurden.

Geschichte der Wiehre

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