Natur

Parks und Grünanlagen in und um die Wiehre (Freiburg)

Welche grünen Orte gehören wirklich zur Freiburger Wiehre? Ein ehrlicher Überblick über Sternwald, Lorettoberg, Dreisam-Ufer und den Alten Wiehre-Friedhof – plus die angrenzenden Parks im Stadtteil Waldsee.

von Wiehre Online Redaktion ·

Die Wiehre ist kein Stadtteil großer, angelegter Parkanlagen – ihr Grün liegt vor allem am Rand und in der Höhe: im Stadtwald des Sternwalds, auf dem bewaldeten Lorettoberg, am renaturierten Dreisam-Ufer und auf dem ehemaligen Friedhofsgelände mitten im Wohnquartier. Wer in Freiburg nach „Parks” sucht, landet schnell bei Anlagen, die gar nicht zur Wiehre gehören. Dieser Überblick trennt sauber: Was liegt tatsächlich in der Wiehre, was grenzt nur an – und welche bekannten Parks gehören in ganz andere Stadtteile.

Grüne Orte in der Wiehre selbst

Sternwald und Lorettoberg – der Stadtwald vor der Haustür

Das wichtigste Erholungsgebiet der Wiehre ist kein Park, sondern Wald. Der Sternwald steigt südöstlich hinter dem Quartier an und ist Teil des Freiburger Stadtwalds, der mehr als 40 Prozent der Gemarkungsfläche ausmacht. Vom Bahnhof Freiburg-Wiehre gelangt man über die Bahnlinie direkt in den Wald; Wander- und Forstwege wie der Franzosenweg durchziehen das Gebiet. Unterhalb des Brombergfelsens gibt es einen weithin gerühmten Aussichtspunkt mit Panoramablick – die Liege dort wurde von Forstleuten errichtet.

Westlich davon erhebt sich der bewaldete Lorettoberg, mit rund 384 Metern der Hausberg im Südwesten der Wiehre. Über den Oberen Weinbergweg führen Pfade an Hanglagen vorbei, an denen das Staatliche Weinbauinstitut Freiburg Reben bewirtschaftet. Der Predigerplatz auf etwa 375 Metern und die Umgebung der Lorettokapelle gelten als beliebte Ausflugsziele mit Blick über die Stadt. Mehr zur Kapelle selbst steht unter unseren Sehenswürdigkeiten.

Wasserschlössle im Sternwald

Am Übergang von der Wiehre in den Sternwald liegt das Wasserschlössle – ein Hochbehälter, der seit 1895/96 den Osten Freiburgs mit Trinkwasser versorgt und wie eine kleine Burg aussieht. Der Entwurf griff Motive des Freiburger Stadtsiegels von 1245 auf. Von oben reicht der Blick über die Altstadt bis zum Münster. Bequem erreichbar ist es zu Fuß vom Alten Wiehrebahnhof aus in wenigen Minuten. Im Inneren informiert ein kleines Museum über die Wasserversorgung; bei einem turnusmäßigen Fest öffnet der Versorger die Türen.

Alter Wiehre-Friedhof – grüne Insel im Wohnquartier

Mitten in der Wiehre, an der Ecke Erwin- und Dreikönigstraße, liegt der Alte Wiehre-Friedhof. Um 1830 wurde der Begräbnisplatz vom Annaplatz hierher verlegt und bis 1923 genutzt. Heute ist ein großer Teil des Geländes überbaut, ein kleiner Rest dient als grüne Fläche und Spielplatz. Erhalten sind das neugotische Mausoleum und das Dortu-Denkmal: An die im Sommer 1849 nach der Badischen Revolution hier erschossenen Freiheitskämpfer Maximilian Dortu, Friedrich Neff und Gebhard Kromer erinnert ein wichtiger Gedenkort. Alte Grabsteine prägen die Anlage bis heute.

Dreisam-Uferweg – der grüne Längsstreifen am Fluss

Die nördliche Grenze der Wiehre bildet die Dreisam. Der Uferweg ist im Sommer ein zentraler Naherholungsraum für Radfahrer, Jogger und Spaziergänger; an warmen Abenden trifft sich Jung und Alt am Wasser. Zwischen Oberau- und Sandfangbrücke wurde die Dreisam an den Kartauswiesen 2014/2015 auf rund einem Kilometer naturnah umgestaltet, sodass neue Liege- und Aufenthaltsflächen entstanden. Der namensgebende Sandfang liegt am östlichen Rand, dort wo die Wiehre in Richtung Waldsee und Altstadt übergeht. Beim Baden im Fluss gilt: Strömung und Wassertemperatur vor Ort einschätzen.

Direkt angrenzend: Parks im Stadtteil Waldsee

Drei oft „der Wiehre” zugeschriebene Grünanlagen liegen genau genommen im benachbarten Stadtteil Waldsee östlich der Wiehre – fußläufig erreichbar, aber eben angrenzend:

  • Möslepark und Waldsee. Der Möslepark entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und gehört zu Freiburgs ältesten Anlagen, mit altem Baumbestand aus Eichen und Hainbuchen sowie Rhododendron- und Azaleenbüschen. Gegenüber liegt der Waldsee mit der Gaststätte Waldsee und einer Terrasse am Wasser. Am Waldsee besteht ein Amphibienschutzprojekt.
  • Konrad-Guenther-Park. Die rund 6,5 Hektar große Anlage im Süden des Stadtteils Waldsee wurde 1954 eingeweiht und ist nach dem Zoologen und Naturschutzpionier Konrad Guenther benannt. Sie verfügt über Spiel- und Sportflächen.

Diese Orte sind klassische Ausflugsziele für Wiehremerinnen und Wiehremer – wir führen sie hier bewusst als „in der Nähe” und nicht als Teil der Wiehre.

Was NICHT zur Wiehre gehört

Im Netz kursieren Listen, die der Wiehre Parks aus ganz anderen Stadtteilen zuschlagen. Zur Klarstellung – diese liegen nachweislich anderswo in Freiburg:

  • Eschholzpark – im Stühlinger (mit der bekannten Wasserhahn-Skulptur).
  • Dietenbachpark – im Freiburger Westen (Weingarten/Mooswald).
  • Moosweiher – in Landwasser.
  • Joseph-Brandel-Anlage – in Haslach.
  • Stühlinger Kirchplatz – im Stühlinger.

Wer diese Anlagen besuchen will, sollte also nicht in der Wiehre suchen. Einen Überblick über die fünf größten städtischen Parks gibt die Stadt Freiburg selbst.

Praktische Hinweise

Sternwald, Lorettoberg und Wasserschlössle erreicht man am besten vom Bahnhof Freiburg-Wiehre bzw. vom Alten Wiehrebahnhof zu Fuß. Öffnungszeiten von Gaststätten (Waldsee, Schloss-Café) und Veranstaltungstermine ändern sich – vor dem Besuch kurz prüfen. Wer tiefer in die Natur rund um die Wiehre einsteigen will, findet weitere Ziele in unserer Kategorie Natur.

Quellen

Touren & Tickets

Natur & Schwarzwald – geführte Touren

Vom Stadtwald bis zum Schauinsland – Wander- und Naturerlebnisse rund um die Wiehre.

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